H E R Z L I C H W I L L K O M M E N @P E T T E R W E T T E R! |
|
| Home :: Andreas :: Stefanie :: Israelblog :: Bilder | |
Steffies Israelblog13/09/2008 Endlich sind die Bilder online:Pics from Holy Land - click here :-) Gestern rief übrigens der General Manager sowie der Security Manager der Fluggesellschaft El Al persönlich bei mir in der Firma an um sich nochmal zu entschuldigen für meine Geschichte mit der Kamera. Normalerweise bekommt man wirklich ein Papier, mit dem dann wenigstens seine einbehaltenen Sachen wieder abholen kann. Da kriegt jetzt jemand eins auf die Mütze, weil die Dame ihre vorgeschriebene Prozedur nicht eingehalten hat. So etwas sollte in Zukunft nicht mehr vorkommen... Danke an Astrid und Nati für Vitamin B :-) * * * * *31/08/2008 Zurück in GermaniaFreitag nachmittag bin ich zusammen mit Dr. Annette (hi! dobro dosli!) nach ausgiebigen Untersuchungen am Tel-Aviver Flughafen in Germania angekommen - ein Kulturschock nach dieser Zeit in Israel. Ani ohevet Jeruschalaim und ich denke, den meisten TeilnehmerInnen unseres Kurses geht es ähnlich. Die unterschwellig zu spürende Spannung des komplizierten Konfliktes, die Schönheit, die Mentalität der Menschen dort, das reiche Stadtbild, die Sehenswürdigkeiten, verrückte und fanatisch dreinblickende Touristen, die Religiösität, Max Brenner Schokolade, die Waffel-Bar in der Rechov Beit Lechem B-D... alles zusammen und noch viel mehr ist Jerusalem. Ein Auszug aus "Was wir nicht vergessen werden": - die Waffle Bar, Max Brenner Schokolade und Aldo-Eis (beste Waffeln, beste Schoki, bestes Eis in der ganzen Hemisphäre) Obwohl wir mit 5 beklebt wurden, werde ich sicher wiederkommen. Für alle, die nicht wissen, was das bedeutet: beim Ankommen am Tel-Aviver Flughafen wird man sofort einer Befragung unterzogen, wo man war, warum und was man hier gemacht hat und mit wem. Danach wird man angewiesen sein Gepäck durch einen Scanner fahren zu lassen, woraufhin alles einen Aufkleber mit einer Nummer bekommt. Laptops müssen extra durchgefahren werden (wenn sie ihn denn bemerken :-). Ich bekam für alle meine Gepäckstücke eine chamesh - eine fünf (sechs ist das schlechteste)! Die deutsche Reisegruppe vor mir bekam eine zwei. Dr. Annette und ich hatten irgendwie Pech. Vielleicht wusste der Mossad mehr von ihren Missionen und dem Gel in meinen Turnschuhen ;-). Na, jedenfalls wurde ich ordentlich gefilzt. Irgendwas hat nicht funktioniert, daher musste alles 2x durch den Scanner. Daraufhin ging es weiter mit dem kompletten Gepäck zur Durchsuchung. Da mir ein Aufkleber von meinem Rucksack abhanden kam, musste dieser noch einmal durch und da entdeckte man den Laptop darin. Den hatten sie die beiden Male vorher übersehen. Alles aufmachen, Laptop raus. Alles erzählen, warum mein Laptop aussieht wie eine zerschmolzene Pizza. Ok, dann zurück zur Kofferdurchsuchung. Alles wurde fein ausgepackt, in eine Kiste gelegt und durchsucht. Koffer und Handgepäck. Nochmal die Laptopgeschichte erzählen. Sehr verdächtig. Kollega geholt. Große Augen bei den umstehenden Kollegen. Really - in the oven? Ken, in the oven. Ich musste zeigen, dass er noch funktioniert. Das ersparte mir, dass ich den Koffer mit meinen Habseligkeiten komplett alleine wieder einpacken musste. Ich dachte mir schon, scheiße, die räumt alles aus, hoffentlich muss ich nicht selbst alles wieder einräumen. Sie bot mir freundlicherweise an, can I help you to put your things back in your suitcase? Ken, bewakascha, antwortete ich. Es dauerte ihr augenscheinlich zu lange, weil ich so lange mit den Erklärungen zu dem Laptop mit ihrem Kollega beschäftigt war (bis mein Windows hochgefahren komplett hochgefahren ist und ich mich angemeldet habe... das dauert). Ok, endlich fertig, war die Dame dann doch etwas freundlicher. Mit ihrem Job will ich nicht tauschen... Weiter gings Koffer aufgeben und dann noch ein bisschen im Flughafen sitzen, chillen und Souvenirs shoppen. Auf dem Weg dorthin eine nochmalige Kontrolle des Handgepäcks. Nochmal durch den Scanner, nochmal Laptop raus, nochmal die Geschichte erzählen. Nochmal alles auspacken, was man hat und wieder einpacken. Als ich vor dem Scanner stand, war ich ein wenig überrascht über die für mich quasi dritte Kontrolle und fragte: again, od pam? Mit einer sehr festen Stimme, der man klar anmerkte, dass sie keine Widerrede duldelte, sagte die junge Frau, put your laptop here. Ok, ok, enbaya, war meine Antwort. Deutsche sind ja gewohnt, Befehlen zu gehorchen (ok, das war gemein, aber ich bin schon viel verreist und so eine Behandlung habe ich noch nie erlebt. Ich fragte mich, ob die nicht untereinander kommunizieren?). Also alles nochmal. Dann war alles durch und erleichtert und entspannt ging es weiter bis Frankfurt ins kalte Deutschland, wo zu viele Leute jammern und meckern, wie schlecht doch alles ist. Die Stimmung bemerkt man sofort, sobald man angekommen ist. Nach der Ankunft wollte ich meine Kamera bei El Al zurück holen, was jedoch nicht klappte, da kein Schalter besetzt war. Ich bekam eine Telefonnummer vom Office in Frankfurt, allerdings war ich dort zuerst in einer Warteschleife, danach klingelte es sehr lange, aber niemand hob ab. Entnervt gab ich auf und wendete mich der aufsteigenden Wiedersehensfreude zu. Morgen werde ich mich mal darum kümmern. 28/08/2008 Lehitraot und ein letztes AbenteuerHeute ist unser letzter Tag, Abschied ist immer schwer, gerade, wenn 4 Wochen so eng zusammen war... Wir haben die vorherigen Tage intensiv und gefüllt verbracht: Besuch eines Festivals im Künstlerviertel mit Tehila, G.s Schwester; ein für meinen deutsch-serbischen Geschmack etwas zu charismatisch-theatralischer Gottesdienst einer jerusalemer messianischen Gemeinde mit israelischer, arabischer und englischer Lobpreismusik, der mehrere Stunden dauerte (später darauf traf ich noch ein paar österreichische Geschwister, mit denen ich mich ganz nett unterhielt); ein französicher Chansonabend mit vorherigem Volkstanzversuch mit Spaßfaktor (rikutam? Die genaue Bezeichnung weiß ich leider nicht); ein schöner italienischer Film mit hebräischen Untertiteln im gemütlich eingerichteten Außengelände des Sherover Theaters; eine wunderschöne En Gedi Tour am Toten Meer alleine mit J. im Paradis (für Leute, die es kennen: ja, wir sind bis zu Dodi's Cave geklettert). Die Gruppe war sehr insgesamt vielseitig interessant und horizonterweiternd. Ich hoffe, dass ich ein paar davon nochmal treffen werde. Zum Beispiel in Berlin, gell J. und C.? Oder bei den Mitroserben im Kosovo bei unserer potenziellen UN-Generalsekretärin in spe: Dr. Annette, die Angst vor Dr. Motte hatte :-). Leider haben wir sehr viel deutsch geredet und ich hoffe, dass ich zurück bei ECI mein erlerntes Ivrit anwenden kann. Gestern habe ich einen Teil der Nacht draußen verbacht, da ich meinen Schlüssel in J.s Tasche vergessen hatte mitzunehmen. Der Rest der Gruppe war noch länger unterwegs und ich wollte so gegen Mitternacht dann doch ins Bett. Katzen und Moskitos weckten meinen nächtlichen Obdachlosenschlaf beim Beit Ben Yehuda auf :-). Also beschloss ich doch noch einmal einen Rundgang um das Haus zu machen, ob ich nicht doch irgendwo hinein sneaken kann. Im unteren Konferenzraum sah ich bei meiner 3. Runde, dass ein Fenster zwar geschlossen war, aber der Hebel nicht richtig zurückgedreht. Voller Hoffnung drückte ich gegen das Fenster und siehe da, open sesame. Ich sammelte meine Habseligkeiten zusammen, warf sie durch das Fenstern und kletterte hinein. Juhu, ich konnte mich immerhin ganz nach Katzenart in den gemütlichen IKEA-Sessel zusammenrollen und schlief ein, bis unsere Gruppe irgendwann auch nachhausekam (die Zimmer hatten wir immer abgeschlossen, daher kam ich nicht in mein Bett). Bin gespannt auf die morgige Gepäckdurchsuchungen von ElAl - chaverim shelim - meine Freunde. * * * * *21/08/2008 Das ganz normale Leben hierEndlich haben wir mal ein bisschen Saitsiing gemacht und haben uns Jericho angeschaut, die älteste Stadt der Welt. Leider haben wir nur Freitag und Samstag frei, wobei der Schabbat ja bereits Freitag abend beginnt, so dass man sehr gut planen muss, wie man wo hinkommt. Am Schabbat gilt für alle jüdischen Taxis, Geschäfte usw. rien ne va plus. Also wählt man ein Arabertaxi. Dabei sollte man in Kauf nehmen, dass nicht immer alles beim 1. Versuch klappt. :-) Naja, wir haben es jedenfalls geschafft mit dem Arabertaxi am Schabbat Jericho anzuschauen. Den Checkpoint haben wir ein wenig ausgetrickst: das Auto war nur für 7 Leute zugelassen, daher sind 2 von den 9 Mifahrern einigermaßen außer Sichtweite ausgestiegen und per pedes durch den Checkpoint gegangen, um hinterher wieder einzusteigen. Dort angekommen haben wir uns den uralten Baum angeschaut, auf den angeblich Zacharias geklettert ist, als Jesus dort war. Mit der Cable Car gings hinauf auf den Berg der Versuchung auf dem Jesus angeblich gefastet hat und vom Teufel versucht wurde. Diesmal verhinderten die Griechen, dass wir zum Ort des Geschehens gelangen konnten - die Penner - ok, die Schlafmützen. Es war zwar nun wirklich gerade Siestazeit, aber trotzdem, wir hatten uns vorher erkundigt, ob die gewünschten Ziele auch wirklich geöffnet hatten. Zu schade, ich hätte gerne mal einer dieser Höhlen besichtigt oder den Palast des Herodes (bzw. die Reste davon). Der Taxifahrer konnte nicht lesen und mein Arabisch reicht leider nur zum Verhandeln, sich vorstellen und ja und nein sagen. Für Namen oder Wegbeschreibungen zu wenig. Lesen konnte der Typ auch nicht (ich zeigte ihm den Namen im Reiseführer). Also verzichteten wir auch auf den Palast des Herodes und Wadi Quelt (wunderschön), fuhren dann zurück nach Jerusalem und genossen dort von der Kneipe Papa Andreas aus einen tollen Blick auf die Stadt, inklusive Sonnenuntergangsbeleuchtung auf den Felsendom. Dabei muss man immer wieder die Fahrpreise neu verhandeln, was mir an dem Tag richtig Spaß gemacht hat. Insgesamt war es trotz aller Hindernisse eine interessante Tour - wir sahen immerhin Jericho, die älteste Stadt der Welt aus der Höhe, inklusive dem ältesten gefundenen von Menschenhand gebauten Turm der Welt an der archäologischen Fundstätte Tell el Sultan sowie die Elischaquelle, die nach dem bekannten Propheten benannt ist (nicht Elia, sondern sein Schüler). Jericho ist eine sehr schöne Oase. A. und ich hatten uns von Anfang an ein wenig von der Gruppe abgesondert, da wir uns physisch nicht imstande fühlten alles zu Fuß zu erlaufen. Dazu waren die Temperaturen in Jericho einfach zu hoch. Der Rest der Gruppe hatte den Mut bei dieser Hitze mit zu wenig H20 im Gepäck den ca. 15km Marsch durch den Wadi Quelt zu bewältigen. Sie sahen natürlich wesentlich mehr von all den Sehenswürdigkeiten, waren aber körperlich teilweise an ihre Grenzen gekommen. Ich war froh, dass ich das nicht mitgemacht hatte. Schade finde ich wie alle insgesamt, dass Israel und Palästina sehr viel mehr Touristen haben könnte, wenn die politische Situation nicht so kompliziert wäre. Jetzt sind seitdem ein paar Tage vergangen und ich hatte mal wieder wenig Zeit, um hier im Blog zu schreiben. Es gibt einfach viel zu tun und man ist ständig in Bewegung, weil die Busse zwar fahren, aber es total ewig dauert innerhalb von Jerusalem von A nach B zu kommen (zu viele Bauarbeiten...). Daher laufen wir das meiste. Mittlerweile habe ich auch mit Einheimischen Kontakt und versuche da ein wenig das gelernte Ivrit anzuwenden. Tehila, die Schwester meines Lieblingskollegen (sorry Volker ;-) kontaktierte mich und wir haben so die Altstadt von ihrer Seite aus kennengelernt und nicht nur von der touristischen. Superschön ist beispielsweise das Cafe Schilschom (schilschom bedeutet vorgestern), in dem es ein bisschen aussieht wie in einer heimeligen Bibliothek. Man kann gemütlich essen und trinken und dabei Bücher lesen. Genau mein Ort! Für Vegetarier und Veganer sei das Green Village empfohlen, das bio-vegetarische Küche anbietet. Überhaupt ist die Küche hier ein Paradis für Vegetarier. Wir leben also nicht nur von Falafel und Humus (Kichererbsencreme), sondern genießen die Vielfalt der orientalischen Küche. Gerade werde ich zum Weintrinken gerufen... Naja, noch kurz: gestern abend waren wir bei unserer Lehrerin zum Abendessen eingeladen, was dazu führte, dass wir ein Geschenk für sie besorgen mussten. Wir gingen ins deutsche Viertel Hamoschawa Hagermanit (oder so) und es ließ sich nicht vermeiden, mal wieder bei Aldo - dem most favorite Eis- und Schokoladengeschäft zu schlemmen. Das beste Eis, ganz viele tolle Sorbetsorten, einfach herrlich... In etwa die Häfte aller vorhandenen Sorten habe ich bereits probiert. Ich hoffe sehr, dass es bei uns auch bald Max Brenner Schoki und Aldo-Eis zu kaufen gibt. * * * * * 13/08/2008 Das Abenteuer geht weiter... "Das kleine Krabbeln"Nachdem es mir wieder blendend geht und ich gerade die leckere Max Brenner Schoki verspeist habe, hatten wir heute Nacht die Begegnung mit einer Kakerlake. Vorgestern hatte ich mir bereits eingebildet, dass an meinem Körper unter meiner Bettdecke irgendwas herumkrabbelt. Aber ich dachte, ich hätte es mir vielleicht eingebildet. Heute nacht, so gegen kurz vor vier wachte ich auf, weil ich hörte, wie das kleine Tier über den gefliesten Boden krabbelte. Tack, tack, tack, tack, tack... Sofort Licht an, weckte ich J. und befahl die Bettdecken ausschütteln und Schuhe anzuziehen. Nichts. Ich war todsicher, dass ich mich nicht getäuscht hatte. J. ging auf T. und stieß dort einen kleinen Schrei aus und machte sofort die Tür zu. Die verängstigte Kakerlake und wir verharrten erstmal in Angriffsstellung. Irgendwann krabbelte sie unter der Toilettentür durch und da sah ich sie in ihrer vollen Größe mit ihren langen Fühlern. Da unsere Männer aufgrund unserer Abenteuerlust mit Abwesenheit glänzen, mussten wir die Mission alleine ausführen. Mit Turnschuhen und dem schlechten Gewissen zweier Vegetarier trat ich inklusive Kollateralschäden auf das arme unschuldige Tier ein. Die Biologen unter euch wissen ganz genau, die Kakerlake hat einen festen Panzer und kann sich recht dünne machen. Also war es dann zumindest angeschlagen, aber trotzdem verschwunden, so schnell krabbeln diese Tiere. Wir beschlossen die Suche nicht aufzugeben und schoben die Betten und Nachtschränke herum. Irgendwann fand ich es und wir trugen zu seinem Aussterben bei. Die Gläser in der Küche sind leider vom Durchmesser her so klein, dass wir sein Leben mit diesem alten Trick nicht retten konnten. Die Fühler sind auch einfach zu lang. Entsprechend müde und grumpy war ich heute morgen im Unterricht :-).
11/08/2008 Nächtliche VirusattackenHeute nacht hat es einige von uns erwischt, Durchfall, Erbrechen... Juchu... und das, obwohl unser Kurs teilweise ganz unterschiedlich untergebracht ist. Wir dachten zuerst an Lebensmittelvergiftung oder Sonnenstich. Aber dafür sind zuviele betroffen. Scheint ein ziemlich ansteckender Virus zu sein. Ich war natürlich auch dabei. Gott sei Dank haben wir eine erfahrene, promovierte Nahostexpertin A. dabei, die uns mit Cola, Zwieback etcetera und einer guten Prise Humor versorgt. So haben wir leider keinen Unterricht heute für meine liebe Zimmergenossin J., für R. und mich. Wir liegen im Bett mit flauem Magen und anderem... Antivir gibts nun mal noch nicht für Menschen. Gott sei Dank überträgt sich dieser Virus nicht über Skype oder das Internet :-). Mir geht es jedenfalls schon besser, so schlimm wie damals in Gambia ist es auf keinen Fall. Bin wohl ziemlich robust geworden :-). So jetzt muss ich mich mal wieder ein bisschen ausruhen. * * * * * 10/08/2008 Schabat Schalom und Erlebnisse der dritten ArtDer erste Schabat in Jerusalem begann mit dem Besuch einer liberalen jüdischen Gemeinde inklusive Gottesdienst. Sehr interessant, es war zu meiner Freude mehr ein gesungener Gottesdienst, denn dass die Leute viel geredet haben. Der Rabbi hat eine angenehme und vermutlich ausgebildete Singstimme :-o. Danach ist unsere Gruppe hungrig wie hier die Katzen durch Jerusalem gezogen auf der Suche nach einem Restaurant / Cafe, was am Schabat geöffnet hat. Wir fanden etwas, was eigentlich recht einladend aussah, sich essenstechnisch aber als totaler Flop entpuppte. No mushrooms tonight ;-)! Um den Abend zu retten sind wir in eine leere Cocktailbar, die uns mit lauter Musik aus den 80ern berieselte und uns mit I wanna die, Caipirinha und anderem mehr oder weniger beglückte. Nach einiger Zeit, so gegen elf, halb zwölf wurden die jungen Bewohner Jerusalems endlich auch wach und gesellten sich dazu. Hier tobt der Bär nun mal erst um diese Zeit. Für den nächsten Tag haben wir einen Strandtag in Tel Aviv eingelegt; eine wahre Odyssee, besonders, wenn man auf ein arabisches Scherut (=Sammeltaxi) angewiesen ist. (Noch habe ich keinen Mietwagen). Endlich in Tel Aviv - Jaffa gab es haufenweise Sommer, Sonne, Strand, Wellenreiter und eine starke Brandung :-). Meine supinette Zimmergenossin J. hätte sich am liebsten gleich eines der Waveboards ausgeliehen zum ~ ~ ~. Es war leider somit jedoch auch nicht ungefährlich ins Meer zu gehen. Sowohl sie, als auch eine andere Teilnehmerin aus meiner Gruppen gerieten zu verschiedenen Zeiten in Lebensgefahr, obwohl beide Rettungsschwimmerinnen sind, die sich auskennen. R. rettete J., weil er Gott sei Dank gerade in der Nähe war. Ein von R. zur Hilfe gerufener Mann nutzte die Situation aus und begrabschte J. Furchtbar, was für ein Mensch muss das sein, der eine solche Situation so ausnutzt. Unglaublich wütend macht das. 04/08/2008 Final Destination Reached - except...Wohlbehalten bin ich in Jerusalem angekommen mit etwas Verspätung und ein bisschen belustigt (zumindest war es bis heute morgen noch lustig). Ich hatte mich mental bereits auf eine recht ausführliche Kontrolle mit mehreren Leibes- und Rucksackvisitationen eingestellt, was dann auch so geschah. Meine Turnschuhe durfte ich ausziehen, damit man sie "x-rayen" konnte. Das Gel darin haben sie Gott sei Dank nicht entdeckt ;-) Fensterlose Räme, in denen es nach Technik und Desinfektionsmitteln riecht, einer mit Vorhand und Liege (!?). Mein Rucksack hat so viele Taschen und Reisverschlüsse, dass man beschloss, ihn zum großen Gepäck mit zu geben - zu verdächtig. Den ebenfalls sehr verdächtigen Inhalt (mein verschmorter Laptop, Handy, Kabel etc.) - wirklich, der komplette Inhalt wurde genauestens auf Sprengstoff untersucht - klar, wenn mein Laptop so aussieht. Große Augen wurden nach der Erklärung etwas kleiner, lächelten ganz kurz und gaben dann einen hebräischen Funkspruch an einen Kollegen weiter, der dann auch gleich erschien und sich das Ding anschaute. Insgesamt ca. 20-30 Minuten dauerte die Prozedur und am Ende beschloss man, mir den Inhalt meines Rucksacks wahlweise in einen Karton zu packen oder in 2 Plastiktüten. Ich entschied mich für die Plastiktüten, die sind handlicher, die kann ich besser an Board verstauen - so mein Gedanke. Endlich an Board auf meinem Platz verzögerte sich der Flug um ca. eine dreiviertel Stunde. Die Dame, die mich so ausführlich an Körper und Gepäck untersucht hatte, rief meinen Namen aus, ich sollte mich bei ihr melden; was ich auch tat. Sie sagte, es gäbe Probleme mit meiner Kamera und sie brauchen meine Rückflugdaten. Ich verstand sie zuerst falsch und dachte, sie wollte meine Handykamera und die Webcam, die sie ja bereits gecheckt hatte, nun zum Koffer dazupacken. Nein, sie meinte die Digitalkamera in meinem Koffer. Wozu war mir nicht klar, aber gut, ich gab ihr die Daten und setzte mich wieder auf meinen Platz, naiv und nichtsahnend. Am Morgen nach meiner Ankunft packte ich meinen Koffer aus ... und sah, dass sie zwar alles wieder ordentlich eingeräumt hatte, aber meine Kamera fehlte! Final destination reached... except my camera. Eine andere Teilnehmerin des Kurses musste ganz ohne Koffer vom Tel Aviver Flughafen fahren. Wenigstens hat ihr die Dame vom Lost and Found Service ein kleines Paket mit Zahnbürste, Schlafshirt etc. gegeben. Nun bekommt sie ihren Koffer hoffentlich heute abend hier nach Jerusalem geliefert. Wegen meiner Kamera habe ich bereits bei El Al angerufen und die Dokumente erhalten, die ich ausfüllen und faxen muss. Schaumermal, ob ich die Kamera erst in Frankfurt wieder erhalten werde... Ansonsten ist es sehr schön hier. Sehr interessante Gruppe, nette Zimmergenossin, alles gemütlich und einigermaßen komfortabel. Der Kurs ist recht anspruchsvoll, wir haben heute gleich das komplette Alphabet durchgeackert :-) * * * * * 02/08/2008 Reisevorbereitungen IIMorgen ist es soweit... meine letzten Vorbereitungen laufen. Israel weiß mittlerweile, dass wir spartanische Extremisten sind und hat den Geheimdienst angewiesen ausreichende Sicherheitsmaßnahmen zu treffen, da wir glauben, dass Jesus der Messias ist, wir Vegetarier und Geeks sind und trotzdem keinen Fernseher haben, was Swen nicht verstehen kann. Wir kaufen nix an der Tür und sammeln nix. Auch keine Plastiktüten. Das kann ich nicht leiden. Der Mensch hat sowieso zu viel Zeug in seiner Wohnung ;-D. Vielen Dank an alle KollegInnen und FreundInnen, die mir mit all den Ratschlägen und Tipps erst richtig Lust auf diese Reise gemacht haben. Achja, und wer sich über die Wahl dieser Domain wundert, Dank Stefan wissen wir nun, dass es einen finnischen Herrn Petter Wetter vor einigen hundert Jahren tatsächlich einmal gegeben hat: Petter Wetter * * * * * 20/07/2008 Reisevorbereitungen IIsrael bereitet sich auf mein Kommen vor und ich fange auch so langsam an. Ein paar neue hebräische Vokabeln bekomme ich jetzt schon fast täglich von einer sehr netten Kollegin N. und einem sehr netten Kollegen G. mit Eselsbrücken erklärt. Anni nesua, anni owädäd be ECI. Meine ersten wichtigen Sätze auf hebräisch: Ich bin verheiratet, ich arbeite bei ECI. Ken ve lo bedeutet ja und nein. Am 04. August ist es soweit, da beginnt mein 4-wöchiger Hebräisch-Kurs im Heiligen Land in Jerusalem. Ivrit Schritt für Schritt. Bin gespannt, was mich hier bei der Anreise innerhalb der Flughafen-Sicherheitskontrolle erwarten wird, wenn sie meinen tollen Pizzalaptop sehen, den Andreas so hübsch backen ließ. Ob sie mir die Geschichte dazu wohl abkaufen werden? Es klingt ziemlich unglaubwürdig, dass jemand meinen Laptop vor dem Urlaub noch schnell im Backofen vor Einbrechern versteckt, der nach der Rückkehr von seiner nichtsahnenden Ehefrau - die beste von allen - bei aufheizenden 200°C für ca. 15 Minuten ordentlich geschmolzen wird... und dann hinterher noch komplett und einwandfrei funktioniert. Ich tippe gerade darauf. Naja, bis auf den Akku, den hat es dabei leider zerlegt. Der Vorfall hatte fast Kishonhumor und ist einmalig in der petterschen Geschichte. Dagegen kommt die Suche nach den verlorenen Schwarzwaldschafen mit theophilinischer Sicherheit nicht an. Ach übrigens, falls es jemanden interessiert: das Notebook ist von IBM, Modell Z61m - ein Kauf ist absolut empfehlenswert. Ob es Minustemperaturen genauso gut aushalten kann, werden wir jedoch nicht testen. Wüstentauglich ist es mit Sicherheit und damit bin ich optimal für meinen Israelaufenthalt gerüstet ;-D PS: Alle Webdesigner mögen es mir verzeihen, dass diese HP noch mit Tabellen statt CSS allein umgesetzt wurde. Ich bin einfach zu faul das alte Ding hier umzuschreiben. |
Bilder zu den Blogstories |